So kickt die Schweiz

Ich habe mal wieder eine Karte gemacht. Über Fussball.

In die Punkte eingeflossen sind: Anzahl registrierte Teams beim SFV. Wobei hier jedes Team gleichwertig gezählt worden ist. Egal ob Frauen, Männer, Junioren oder Veteranen. Und ja, ich habe die Teams gezählt. Nicht die Klubs. Es gibt in der Schweiz laut SFV übrigens 13’298 Teams. Fürstentum Liechtenstein habe ich nicht gezählt (gehört ja nicht zur Schweiz…). Eine Schwierigkeit bei der Zählweise war, dass die Klubs gewisser Kantone auf bis zu drei Regionalverbände verteilt werden. Deshalb musste ich bei praktisch jedem Verein über die Adresse den richtigen Kanton suchen. Auch eine schöne Lektion in Sachen Geographie. Da grosse Kantone natürlich mehr Teams haben, habe ich die Teams prozentual auf die Bevölkerung gerechnet.
Dann gibt es 2 Punkte zusätzlich, wenn es im Kanton eine alternative Liga gibt. Zudem gibt es pro gewonnenem Titel in der höchsten Spielklasse (Meisterschaft oder Cup) einen Punkt. Natürlich auch hier bei den Männern und den Frauen.

Und so sieht dann die offizielle Tabelle der Schweizer Fussball-Kantone aus:
1. Jura (337 Punkte)
2. Freiburg (285)
3. Zürich (249)
4. Solothurn (218)
5. Obwalden (213)
6. Luzern (211)
7. Wallis (204)
8. Bern (195)
9. St.Gallen (184)
9. Tessin (184)
11. Waadt (179)
12. Glarus (178)
13. Basel-Landschaft (176)
14. Schaffhausen (174)
15. Neuenburg (172)
15. Aargau (172)
17. Basel-Stadt (171)
18. Schwyz (170)
19. Zug (162)
20. Uri (161)
21. Genf (160)
22. Thurgau (154)
23. Nidwalden (148)
24. Appenzell Ausserrhoden (122)
25. Appenzell Innerrhoden (114)
26. Graubünden (108)

Und noch graphisch dargestellt:
Anmerkungen dazu immer willkommen!

Quellen:

http://www.football.ch
http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/02/blank/key/bevoelkerungsstand/02.Document.141983.xls

Das Böse lauert überall

Dieses Bild mit dieser Legende war heute auf Blick.ch zu finden. Das hat mich an einen alten Eintrag auf Tumblr erinnert und ich wollte mal nachschauen, wo das Böse überall zu finden ist – nebst dem Gesicht. Hier also die unvollständige Liste. All diese Ausdrücke sind so in verschiedenen Online-Medien zu finden.

Das Gesicht des Bösen
Die Seele des Bösen
Das Buch des Bösen
Das Symbol des Bösen
Die Banalität des Bösen
Der Inbegriff des Bösen
Das Angesicht des Bösen
Die Zentrale des Bösen
Die Streuobstwiese des Bösen
Der Hort des Bösen
Die Inkarnation des Bösen
Das Reich des Bösen
Die Achse des Bösen
Die Blume des Bösen
Der Code des Bösen
Die Abgründe des Bösen
Die Verwerfungen des Bösen
Die Schattierungen des Bösen
Der Sieg des Bösen
Die Vermessung des Bösen
Die Spur des Bösen
Die Heimstatt des Bösen
Die Mächte des Bösen
Die Brutstätte des Bösen
Die Arbeit des Bösen
Der Wurdelgrund des Bösen
Der Kern des Bösen
Die Wirklichkeit des Bösen
Das Erbe des Bösen
Die Rolle des Bösen
Die Armee des Bösen
Die Quelle des Bösen
Die Dimensionen des Bösen
Der Entertainer des Bösen
Die Schwelle des Bösen
Die Ausgeburt des Bösen
Die Wiedergeburt des Bösen
Der Vergewaltiger des Bösen
Die Spielerin des Bösen

Von Galina Sato habe ich noch weitere Vorschläge bekommen:Das Herz des Bösen
Die Kinder des Bösen
Der Anwalt des Bösen
Die Fratze des Bösen

Planung fürs OpenAir St.Gallen

Ab heute findet im Sittertobel das OpenAir St.Gallen statt. Ich werde dieses Jahr auch wieder mit dabei sein. Und hier gibt es schon mal meine Liste der Bands, die ich sehen will:

Donnerstag:
Die Antwoord (22.00, Sternenbühne)

Freitag:
Macklemore & Ryan Lewis (18.45 Sitterbühne)

Lianne La Havas (1.15 Sternenbühne)

Samstag:
Tüchel (12.00 Sitterbühne)

Alex Hepburn (14.30 Sternenbühne)

Terribly Overrated Youngsters (16.15 Sternenbühne)

The Bloody Beetroots Live (0.45 Sitterbühne)

Zedd (3.00 Sternenbühne)

Leider kommt am Sonntag meiner Meinung nach keine gute Band. Werde aber wohl kurz bei den Lumineers reinschauen.

Welche Band darf man Eurer Meinung nach nicht verpassen?

Katholizismus-Index der Schweizer Kantone

WICHTIGES UPDATE: Bei der ersten Version meiner Grafik ist mir ein Fehler bei der Berechnung unterlaufen. Jetzt – exklusiv – die neue, bessere, genauere, unglaubliche Version des Katholizismus-Index der Schweiz!

Heute wurde in meiner Facebook-Timeline dieses Bild geteilt:
Schon kurz danach kam die Idee, dass man ja mal eine solche Karte auch für die Schweiz machen könnte.

Nun mag ich ja Zahlen, Listen und Statistiken. Deshalb habe ich mich der Sache angenommen und präsentiere nun stolz

Die Katholische Landkarte der Schweiz!

Schlüssel:
Pro Gardekommandant gibt es 5 Punkte
Pro Kardinal gibt es 10 Punkte
Pro 10’000 Katholiken gibt es 1 Punkt
Prozentualer Anteil von Katholiken an Wohnbevölkerung gibt die Anzahl Prozente als Punkte
Mitgliederbeiträge an die Römisch-Katholische Zentralkonferenz gibt 1 Punkt pro 10’000 Franken
Der Franken-Beitrag pro Katholik gibt 1 Punkt

Daraus ergibt sich folgende Rangliste:
1. Luzern (285 Punkte)
2. Zürich (238)
3. St.Gallen (158)
4. Wallis (147)
5. Tessin (133)
6. Fribourg (130)
7. Aargau (125)
8. Schwyz (112)
8. Uri (112)
9. Waadt (104)
9. Zug (104)
10. Genf (99)
11. Nidwalden (90)
12. Jura (88)
13. Obwalden (87)
14. Solothurn (86)
15. Appenzell Innerrhoden (85)
16. Graubünden (82)
17. Bern (74)
18. Baselland (72)
19. Thurgau (70)
20. Glarus (51)
21. Schaffhausen (46)
22. Basel Stadt (43)
22. Neuenburg (43)
23. Appenzell Ausserrhoden (42)

Diese Karte ist natürlich mit Vorsicht zu geniessen – und ironisch gemeint!
Ach ja: Wer noch weitere Indikatoren weiss (Distanz des Hauptortes nach Rom?), darf mir die gerne mitteilen. Vielleicht passe ich ja die Karte nochmals an.

Update 1: Ein wichtiges Update, das mir erst gestern kurz vor dem Einschlafen eingefallen ist… Die Quellen:
1. Ständige Wohnbevölkerung der Schweiz ab 15 Jahren nach Religion
2. Liste der Kommandanten der Päpstlichen Schweizergarde
3. Liste der derzeitigen Kardinäle aus der Schweiz
4. Die RKZ-Finanzen im Überblick

Update 2: Da finanzstarke, grosse Kantone natürlich sehr viel mehr Geld an die Kirche abliefern, wird das Bild ein bisschen verzerrt. Deshalb hier noch die bereinigte Rangliste. Diese ist etwas fairer, da prozentual Geld/Katholik drin ist, aber Gesamtbetrag raus genommen wurde:
1. Luzern (217 Punkte)
2. Wallis (111)
3. Uri (104)
4. Fribourg (90)
4. Tessin (90)
6. St.Gallen (86)
7. Appenzell Innerrhoden (80)
7. Obwalden (80)
9. Nidwalden (78)
9. Schwyz (78)
11. Jura (76)
12. Zürich (75)
13. Zug (67)
14. Genf (63)
15. Graubünden (59)
16. Aargau (58)
17. Solothurn (54)
18. Waadt (52)
19. Glarus (45)
20. Thurgau (44)
21. Baselland (41)
22. Schaffhausen (39)
23. Appenzell Ausserrhoden (36)
24. Bern (32)
24. Neuenburg (32)
26. Basel Stadt (28)

Eine Woche Medienlinks.ch

Seit einer Woche habe ich ein kleines Projekt. Auf medienlinks.ch teile ich werktäglich deutschsprachige Links zu Meldungen aus der Medienwelt. Bisher aufgefallen:

– Künftig will ich mich vermehrt auf Gedanken zur Medienwelt konzentrieren. Dafür weniger Personelles oder Organisatorisches bringen.

Storify ist ein gutes Tool, um schnell und übersichtlich solche Links zu teilen.

– Gerne hätte ich bei Storify die Funktion „Weitere Links zu diesem Thema“. Könnte ich natürlich auch mit Hyperlinks im Text lösen. Natürlich nicht so elegant.

– Bisher waren meine Links sehr CH-lastig. Will mehr Medien-Seiten aus Deutschland und Österreich finden.

– Bei jedem Link ein „via …“ setzen? Oder einfach kommentarlos rein?

– Soll ich eine Email-Adresse oder ein Webformular hinterlegen, damit mir spannende Geschichten geschickt werden können?

– Was mache ich bei Abwesenheiten? Möglich: Einen Tag ausfallen lassen oder den Account einem Gast-Kurator übergeben.

So. Das sind so ganz spontan einige Gedanken zu medienlinks.ch und der ersten Erfahrungswoche damit.

Kommentare zu medienlinks und zu den einzelnen Punkten sind herzlich willkommen!

50 Twitterer für @agossweiler

Nach einer kurzen Diskussion auf Twitter mit @agossweiler präsentiere ich hier eine weitere Liste (die ursprüngliche Liste „50 folgenswerte Twitterer“ findet sich hier). Die Reihenfolge ist beliebig. Und die Erklärungen sind natürlich auch sehr subjektiv.

1. @rocket666 – meine Frau und immer für einen guten Blogeintrag auf missrocket666.blogspot.com gut.

2. @db – Designer aus New York mit Flair für die grossen Themen.

3. @NeilCocker – Unternehmer und TEDx-Gründer aus Wales.

4. @simonth – Musik-Mastermind aus England. Grossartige Beobachtungen zur Entwicklung der 8-Bit-Computerindustrie.

5. @avongunten – Digitaler Vordenker und auch sonst ein sympathischer und vorausschauender Mensch.

6. @pixelfreund – Folge ich schon seit Anbeginn meiner Twitterzeit. Und bereue es nicht.

7. @friggch – Guter Gesprächspartner (auch wenn er keine Fehler eingestehen kann…) und gute Gedanken.

8. @millius – Schriftsteller und Drehbuchautor aus der Ostschweiz.

9. @marcel_baur – Politiker und immer schön kritisch.

10. @SciF0r – Politiker und kritisch. Kennen wir ja schon. Stimmt aber.

11. @SteveMartinToGo – Steve Martin. Grosse Klasse. Muss man eigentlich nicht rechtfertigen.

12. @kim – Immer wieder spannende Links zu allen möglichen Themen.

13. @moritzadler – Fussballbegeistert. Kann also schon mal kein schlechter Mensch sein.

14. @madial – Immer wieder spannend und auch unterhaltsam.

15. @AbtMartin – Abt Martin Werlen. Zumindest noch in diesem Jahr. Danach zieht er sich ja zurück.

16. @hdzimmermann – Viele interessante Geschichten und Links zu Social Media und Bildung.

17. @mllelila – Alles zu Cheeseburger und Uni-Leben.

18. @SimWise – Games und mehr gibt es bei ihr. Hat einen grossartigen Humor und schreibt auch sehr intelligent.

19. @BlitzAmbassador – Mein Lieblingsmusiker. Nicht nur Werbung auf seine eigenen Kreationen.

20. @politnetzCH – Politische Beobachtungen, die auch einem Journalisten helfen können 😉

21. @rechisg – Bibliothekar und auch sonst kein schlechter Mensch.

22. @ueberlinblog – Tweets zu und über Berlin. Aber auch mehr…

23. @treimannch – Glaubt fest daran, dass App.net das „next big thing“ wird.

24. @mbk_center – Tweets zur russischen Politik. Mit Fokus auf die Opposition.

25. @Brenda_Maeder – FDP-Jungpolitikerin aus dem Thurgau.

26. @BretEastonEllis – Mein Lieblingsautor auf Twitter. Und da ist er immer schön kontrovers.

27. @SWillimann – Hotelier in Malaysia. Mit Verbindungen zur Schweiz.

28. @Rennanwalt – Immer wieder gute Kommentare zu aktuellen Themen.

29.@J_Kachelmann – Wetter, aber auch einiges mehr.

30. @QuerDenkender – Referenz zu Themen wie Autismus und noch sehr viel mehr.

31. @merzthurgau – Ehemaliger Grosser Rat Thurgau und Dozent an der PH Thurgau.

32. @gimmalaya – Musiker aus Graubünden und eine witzige Person.

33. @tschistka – Macht Spass, ihr zu folgen. Immer wieder. Keine Ahnung wieso. Ist auch nicht so wichtig.

34. @Herr_Natischer – Wahlberner aus dem Wallis. Aber sonst ein ganz guter Mensch.

35. @rickygervais – Komödiant und Fernseh-Schauspieler. Kann ohne Probleme seine Follower zur Weissglut treiben. Also höchst amüsant.

36. @m_wipf – Intelligenter Mensch und auch sonst ein guter Typ. Einfach mal nach Geschichten aus dem 2. Weltkrieg fragen.

37. @swissbitch666 – Amüsant. Mit einigen FCZ-Tweets. Sonst aber ganz nett.

38. @braxtonpope – Grossartiger Produzent. Mit interessanten Tweets zu Film & Buch.

39. @mhermann_ – Analysen aus der Politik. Aus der Schweiz.

40. @DasEinhirn – Sex, Drugs & Rock’n’Roll

41. @MrsHannah11 – Tweets aus dem Leben. Ins Leben. Was auch immer das heissen soll.

42. @MadMenNa – Pressesprecher. Aber wohl kaum Journalist. Dafür schreibt er auf seinem Blog viel zu gut.

43. @BorisSchohne – Ich mag mich ja noch an alte Gamer-Zeiten erinnern. Aber eben: Heute ist der Herr Schneider-Johne bei Microsoft.

44. @TimOfLegend – Ja, ich gestehe: Ich habe früher viele Adventures gespielt. Und mache das auch heute noch. Deshalb ist Tim Schafer natürlich auch in meiner Liste.

45. @GaryLineker – Der beste Fussballer aller Zeiten. Zumindest in meinen Augen. Und auch in Sachen Twitter muss er sich nicht verstecken.

46. @nggalai – Jetzt werden sicher irgendwelche Einwände kommen. Aber nein: Dem @nggalai muss man einfach folgen. Keine Ausreden.

47. @grumpygamer – Eine weiter Legende der Gameindustrie. Und auch hier auf Twitter immer wieder gut.

48. @phwampfler – Guter Denker und spannende Blogs zu allen möglichen Themen.

49. @seeniazh – Ist zwar FCZ-Fan aber sonst laut Tweets ganz ok. Kann ich natürlich nicht beurteilen.

Damit wären es zumindest 49 folgenswerte Twitterer, die keine Journalisten sind. Lasse absichtlich noch einen Platz frei.

Ihr wollt auch auf eine Liste? Dann dürft Ihr Euch gerne in den Kommentaren bewerben!

Update: Mehr Empfehlungen? Gibt es auf der Frauenliste von @zoradebrunner @telecomuser und @AndreaJerger.

Update 2: Nun hat auch @agossweiler eine Liste veröffentlicht.

Die schönen Seiten

Ich bin nun seit etwas mehr als zehn Jahren als Online-Journalist tätig. Immer wieder werde ich gefragt, wieso ich nicht in den Print wechsle. Auch jedes Jahr beim Personalgespräch kommt die Frage, wo ich mich in Zukunft sehe. Und ich kann mir – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – keinen anderen Job vorstellen. Ich will weiter für ein Online-Portal schreiben. Hier einige Gründe für den Journalismus und für den Online-Job im Allgemeinen (Reihenfolge ist zufällig):

1. Ich kann nicht anders. In der Schule war ich nie wirklich ein As. Ok, ich hab in der Mathe die Logik hinter den Gleichungen ziemlich schnell begriffen und habe die Matura (Typ B) geschafft. Aber es war mühsam. Für alle Beteiligten. Ich war zu faul. Ich wollte nicht lernen. Ausser in Deutsch. Dort hatte ich immer gute Noten. Ich schreibe gerne. Der Vorteil als Journalist (etwas übertrieben ausgedrückt): Ich muss nichts wissen. Ich darf Wissende ausfragen und fülle so meine Wissenslücken. Und dann darf ich ganz klugscheisserisch dieses Wissen weitergeben.

2. Das liebe Geld. Ich habe bis zu meinem 30. Lebensjahr gerade mal etwa 2000 Franken im Monat verdient. Es war nicht immer einfach, aber ich hatte meine Freiheiten, da ich immer Teilzeit (Stundenlohn) gearbeitet habe. Seit 2008 arbeite ich beim St.Galler Tagblatt in der Online-Redaktion 100% und verdiene dementsprechend auch mehr. Ziemlich sicher gibt es irgendwo da draussen Jobs, bei denen ich mehr verdiene. Aber würden mich diese auch so glücklich machen?

3. Freiheit. Online-Journalisten sind in der Regel gegenüber den Printjournalisten in einer Redaktion in der krassen Unterzahl. Das mag ein Nachteil für das Produkt sein, aber individuell ist es ein massiver Vorteil. Ich darf alle Arten von Geschichten schreiben. Ein Inland-Redaktor beim Print schreibt über politische Geschichten mit Schwerpunkt Bundesbern. Ein Wirtschaftsredaktor schreibt über Firmen. Ein Sportredaktor über Sport. Ein Arbeitsalltag bei mir: Ich mache ein Interview mit dem Trainer des FC St.Gallen und danach frage ich bei einem Wirtschaftsethiker der HSG noch wegen hohen Abgangsentschädigungen nach. Vielleicht kommt dazwischen noch eine Polizeimeldung, die einer Nachfrage bedarf. Und der Print übernimmt meine Geschichten gerne – egal in welchem Ressort. Das ist vielleicht sogar der Hauptgrund für meine Liebe zum Online-Journalismus. Ich muss mich nicht auf ein Kerngebiet festlegen. Ich bleibe offen. Und ich bin mir sicher, dass zum Beispiel mein fehlendes Wirtschaftswissen kein Nachteil für den Leser ist. Im Gegenteil: Ich kann unbedarft an die Geschichte gehen und mir alle Aspekte von einem Experten erklären lassen. Und dann auch so schreiben, dass die Geschichte auch Leute verstehen, die kein Wirtschaftsstudium abgeschlossen haben.

4. Freiheit II. Im Online-Journalismus wird man häufig nicht wirklich ernst genommen. Zum Glück. Eine gewisse Narrenfreiheit macht unabhängig. Im Journalismus ein wichtiges Instrument. Und Gesprächspartner reden frisch von der Leber weg. Natürlich halte ich mich trotzdem an unsere journalistischen Regeln und lasse die Zitate immer gegenlesen.

5. Ich schreibe – immer. Selbstverständlich gibt es aktuelle Geschichten, die man schnell mal online stellen muss/will. Aber das heisst noch lange nicht, dass damit die Arbeit getan ist. Ich kann die Geschichte ausbauen, neue Stimmen einholen und auch einen Kommentar dazu schreiben. Ich habe all diese Freiheiten. Eine Geschichte muss nie fertig sein. Sie darf sich entwickeln. Halt wie im richtigen Leben. Ich bin also immer näher an der Wirklichkeit, als es jeder Print-Journalist jemals sein kann.

6. Ich muss mich nicht beschränken. Damit meine ich die Zeichenanzahl. Im Print muss man Geschichten häufig zuspitzen und kürzen. Damit geht viel verloren. Im Online habe ich keine Beschränkung und kann Zusatzinformationen einfügen, kann ein langes Interview führen, kann viel mehr Aspekte in eine Geschichte bringen.

7. Ich muss nicht labern. Beim Print muss man häufig in eine vorgegebene Form schreiben. Da sind zum Beispiel 500 Zeichen gefragt. Nun fehlt eine Zeile im Text. Was macht also der Printjournalist? Er reichert den Text mit Füllwörtern an. Der Text wird beliebig. Vielleicht ist am Morgen eine PK zu einer bahnbrechenden Entwicklung in der Rosenzucht angekündigt. Und im Print wird dazu mal vorsorglich ein dreispaltiger Text vorgemerkt. Jetzt ist diese „bahnbrechende Entwicklung“ womöglich doch keine so grosse Story. Und das merkt man erst um 20 Uhr. Also wird im Print einfach doch diese Geschichte als wichtig verkauft oder eine Ersatzgeschichte gebracht, die offenbar so unwichtig ist, dass man sie mehrmals verschoben hat oder aus einem anderen Grund nicht bringen wollte. Im Online: Kurzmeldung. Abgehakt.

8. Mut zur Lücke. Ja, im Print ist der Platz für Geschichten beschränkt. Im Online könnte man jede Story bringen. Macht man aber nicht. Vielleicht bringt man mehr. Aber ich schätze den Leser als genug intelligent ein, dass er selbst entscheiden kann, welche Geschichte er haben will. Wir bekommen täglich unglaublich viele Medienmitteilungen. Und wir bringen davon im Online vielleicht zwei-drei täglich. Ist im Print am Abend noch irgendwo eine Lücke, wird einfach eine Mitteilung gesucht, die dann noch dort reinpasst.

9. Ist nix – ist nix. Es gibt solche Tage. Jeder Journalist kennt sie. Da läuft einfach nichts. Also zumindest nichts, das mich als Journalist anspricht. Oder so relevant ist, dass man einfach etwas darüber schreiben muss. Im Online bekommen wir dann genug Meldungen von den Agenturen. Ich muss nicht um jeden Preis eine Geschichte aus leerer Luft konstruieren. Im Online gibt es keine Lücken (siehe Punkt 8).

10. Ich komme in der Welt rum. Damit meine ich nicht nur, dass ich Geschichten aus aller Welt schreiben kann. Meine Geschichten erscheinen online. Können also aus allen noch so fernen Ländern gelesen werden. Klar: Ich mache mir keine Illusionen, dass irgendjemand aus dem nicht-deutschsprachigen Raum die Stories liest. Vielleicht gehen meine Artikel ja nicht mal über die Landesgrenzen hinaus. Das ist auch nicht so schlimm. Ich habe eine grössere Chance, ausserhalb der Ostschweiz wahrgenommen zu werden, als irgendein Print-Journalist beim St.Galler Tagblatt (und wahrscheinlich sogar bei anderen Zeitungen).

Selbstverständlich gibt es noch viele andere Gründe. Zum Beispiel stimmt in meiner Erfahrung das häufig erwähnte Gerücht nicht, dass man sich beim Online keine Zeit für längere Geschichten nehmen kann. Ich kann das. Immer.